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Atelier Friedensplatz, Stuttgart

Planungs- und Bauzeit

1993-1996, 1998-2000

Bauherr

Privat

Projektbeschreibung

Die schon vor 20 Jahren schwierige Immobiliensituation bzw. mangelnde Grundstücksangebote in Stuttgart hat die Bauherren dazu bewogen, die Ruine des Sockelgeschosses eines Mehrfamilienwohnhauses, um die Jahrhundertwende erbaut, zu erwerben. Über 20 Jahre leer- stehend, waren die Räumlichkeiten einer ehemaligen Modellwerkstatt dem Verfall ausgesetzt. Das Gebäude Friedensplatz 10, Stuttgart Mitte, ist Teil einer Häuserzeile, die aufgrund der Hanglage auf einem gemeinsamen zweigeschossigen Sockel steht. Zugang ist über den Friedensplatz oder von oben kommend über die Landhausstraße möglich.

Die zentrale und ruhige Lage mit optimaler Anbindung an die öffentlichen Verkehrsnetze wie auch die gute Versorgungsstruktur und kurzen Wege zum mittleren Schloßgarten und Hauptbahnhof, sind optimale Qualitäten für ein gutes Wohn- bzw. Arbeitsumfeld. Ziel des Projektes war und ist die Erforschung und Erprobung einer Gebäudestruktur, die für Wohnen und Arbeiten gleichermaßen genutzt werden kann. Dabei ist der flexible Grundriss, die Integration der Gebäudetechnik so wie die Verbindung von Tragwerk und Einrichtung entscheidend. Die Lösung ist ein großer, stützenfreier und lichtdurchfluteter zweigeschossiger Raum mit einem frei in den gebauten Großraum eingestelltem „Regal“. Die Stahlkonstruktion mit den auskragenden Geschoßebenen bietet alle notwendigen Infrastrukturen für wechselnde Nutzungen an. Die vertikale Erschließung ist „ausgelagert“ und verbin- det den inneren Hauszugang sowie die Sanitärräume auf dem Zwischengeschoss. Für den Zugang in das Zwischengeschoss musste ein entsprechender Durch- gang geschaffen werden. Die noch vorhandenen Wände im Bereich der bestehen- den Außentreppe und noch bestehenden baufällige Deckenfragmente wurden im Rahmen der Neuplanung abgebrochen. Durch den Einbau von entsprechenden Stahlunterzügen konnte die Deckenöffnung der entfernten Außentreppe in ein großzügiges Glasoberlicht umgewandelt werden. Durch den perforierten Metallfußboden der auskragenden Geschoßebene dringt das Zenitlicht auch auf die Erdgeschossfläche.

Die tragenden Mauerwerkspfeiler der Fassade wurden in ihrer Substanz belassen um das Erscheinungsbild der Gebäudezeile zu erhalten. Die dazwischen liegenden Wände bzw. Fensteröffnungen wurden ausgebrochen und durch neue zweigeschossige, voll verglaste Feuerwehr-Falt-Schiebetore wieder geschlossen. Damit wird es möglich, im Sommer die gesamte Fassade zur Grünzone des Nachbargebäudes zu öffnen. Arbeiten (und Wohnen) im Zentrum der Stadt mitten im „Grünen“ in der Baumkrone.

Zeichnungen

Modell

Details

Beteiligte

Tragwerksplanung

Prof. Fritz-Ulrich Buchmann, Stuttgart

Vermessungstechnik

Ingenierubüro Hans Mellich, Kornwestheim

Rohbauarbeiten

Rahm Bauunternehmung, Stuttgart

Elektroarbeiten

Elektro Tausk, Gerlingen

Sanitärarbeiten

Hessel und Sohn, Stuttgart

Metallregal

Müller & Söhne, Stuttgart

Faltschiebetore

Rehm Metallbau, Filderstadt

Oberlichtverglasung

Lamilux GmbH, Filderstadt

Bodenbelche

RM Restara AG, Raguhn

Metalltreppe

K.M. Hardwork GmbH, Stuttgart

Metallbauarbeiten

Bantle Metallbau, Albstadt
David Laukner, Stuttgart

Gußasphaltarbeiten

Staudinger GmbH, Uhingen

Schreinerarbeiten

Hoffmann & Moser, Ditzingen

Maler- und Gipserarbeiten

Markus Humpfer, Stuttgart

Fotografie

Rudolf Schmutz jun., Hamburg
S&P